Durchstich Mühlberg
LandschaftMühlberg/Elbe (Brandenburg)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Bei Mühlberg, im äußersten Süden Brandenburgs, wurde ab 1854 eine Flussschlinge der Elbe abgeschnitten. Zwischen den Elbkilometern 126 und 127 grub man einen neuen, geraden Lauf, einen sogenannten Durchstich. Der Fluss wurde dadurch um 2,6 Kilometer kürzer. Mühlberg, das bis dahin direkt an der Elbe lag, rückte plötzlich vom Fluss ab.
Ein Hafen aus einem Altarm
Der abgeschnittene Elbarm blieb erhalten. 1883 wurde er zum Hafen Mühlberg ausgebaut. Aus dem alten Flussbett wurde so ein geschützter Liegeplatz für Schiffe, ruhiger als der offene Strom. Altarme wie dieser sind heute oft wertvolle Lebensräume, weil sie stilles Wasser, Röhricht und Auwald vereinen.
48 Kilometer weniger Elbe
Durchstiche gab es an der Elbe viele. Zwischen 1684 und 1934 wurde der Fluss durch solche Maßnahmen insgesamt um 48,2 Kilometer verkürzt. Ziel war meist, die Schifffahrt zu erleichtern und Hochwasser schneller abfließen zu lassen. Die Kehrseite: Ein kürzerer Fluss hat mehr Gefälle, gräbt sich tiefer ein und verliert seine Auen. Auch an der Elbe bei Magdeburg wurden mehrere Schlingen abgeschnitten.
Besuch
Der Elberadweg führt an Mühlberg vorbei. Die alte Elbschleife lässt sich im Gelände noch gut erkennen, auf Karten sogar besser als vor Ort.