Steinbarriere im Elbgrund
BauwerkElbgrund, Riesengebirge (CZ)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Kurz bevor der Elbgrund in den Ort Špindlerův Mlýn übergeht, quert eine Mauer aus Bruchsteinen das Bachbett. Was auf den ersten Blick wie ein kleines Wehr aussieht, hat eine andere Aufgabe: Die Steinbarriere fängt Sedimente ab, die bei Hochwasser aus dem Gebirge herunterkommen.
Das Problem: Geschiebe
Ein Gebirgsbach transportiert bei Starkregen nicht nur Wasser. Er bewegt Sand, Kies, Steine und manchmal Felsblöcke. Kommt dieses Material im Ort an, verstopft es Brücken und Durchlässe, das Wasser staut sich und tritt über die Ufer. Geschiebesperren wie diese bremsen den Fluss und lassen grobes Material liegen, bevor es Schaden anrichtet. Danach muss es regelmäßig ausgebaggert werden, sonst ist die Sperre irgendwann voll.
Lehre aus 1897
Ende Juli 1897 brachten tagelange Regenfälle eine der schwersten Hochwasserkatastrophen in der Geschichte des Riesengebirges. Brücken, Häuser und Wege wurden zerstört. In den Jahren danach baute man an vielen Bächen der Region Sperren, Kaskaden und befestigte Gerinne. Die Barriere im Elbgrund steht in dieser Tradition, ebenso die Kaskaden in Špindlerův Mlýn und die Teufelsschlucht.
Worauf Sie achten können
Schauen Sie oberhalb der Barriere auf das Bachbett: Dort liegt oft deutlich mehr grobes Material als unterhalb. Genau das ist der Effekt, den die Sperre erzielen soll.
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