Abschnitt 4 von 7 · Elster (Elbe) bis Barby · 19 Stationen
Schwarze Elster bis Saale
Wittenberg, Wörlitzer Gartenreich und AkenAktualisiert am 10. Oktober 2026
Zwischen der Mündung der Schwarzen Elster und der Saale fließt die Elbe durch eine weite, flache Landschaft. Hier beginnt die Mittelelbe im engeren Sinn: breite Auen, Altwasser, große Hartholzauenwälder mit alten Eichen. Ein großer Teil gehört zum Biosphärenreservat Mittelelbe. Gleichzeitig ist dies einer der Abschnitte, in denen der Deichbau eine besonders lange und gut sichtbare Geschichte hat.

Das Gartenreich und der Deich
Zwischen Dessau und Wittenberg legte Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau im späten 18. Jahrhundert das Gartenreich Dessau-Wörlitz an. Zusammen mit seinem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff schuf er eine Landschaft, in der Nützliches und Schönes zusammengehören sollten. Der Elbdeich war Teil davon. Nach dem verheerenden Hochwasser von 1770/71 wurde er ausgebaut und mit Wallwachhäusern besetzt, kleinen Gebäuden, in denen bei Hochwasser die Deichwachen wohnten und Material lagerte.
Einige dieser Häuser sind kleine Kunstwerke: das Rote Wallwachhaus im klassizistischen Stil, das Wachhaus zum Pferde mit seinem Reiterrelief, der Limesturm am Schönitzer See. Dazu kommen Eisabwehrhügel und ein Warnaltar mit einer Inschrift an die Nachwelt. Seit 2000 gehört das Gartenreich zum UNESCO-Welterbe.
Hochwasserschutz in Schichten
Wer hier unterwegs ist, kann lernen, wie Hochwasserschutz in mehreren Linien funktioniert. Vorne steht der moderne Deich, nach 2002 neu gebaut oder saniert. Dahinter liegen Schlafdeiche aus früheren Jahrhunderten, die im Notfall eine zweite Linie bilden. Siele lassen Wasser aus dem Hinterland ab, Schöpfwerke pumpen es über den Deich, wenn der Fluss zu hoch steht. Und an einer Straße bei Rehsen sind sogar Reste eines Notdeichs von 2002 erhalten.
Wittenberg, Dessau, Aken
Am Anfang des Abschnitts liegt Lutherstadt Wittenberg mit einem Pegel, der seit 1817 abgelesen wird. Bei Dessau mündet die Mulde, die 2002 selbst ein extremes Hochwasser führte. In Aken misst ein Pegel am Hornhafen die vereinigten Wassermengen. Kurz darauf mündet bei Barby die Saale.
Unterwegs in diesem Abschnitt
Die Wallwachhäuser lassen sich am besten mit dem Rad auf dem Deich erkunden. Eine Runde vom Weißen Wallwachhaus bei Rehsen bis zum Wallwachhaus am Berting bei Drehberg verbindet fast alle Stationen. Wörlitz mit seinem Park liegt auf halber Strecke und ist ein guter Ort für eine Pause.
Karte des Abschnitts
Alle 19 Stationen, flussab geordnet
- Durchstich GallinLandschaftGallin bei Zahna-Elster (Sachsen-Anhalt)
- Pegel Lutherstadt WittenbergWasserstandsmarkeLutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt)
- Schöpfwerk SelbitzBauwerkSelbitz bei Wittenberg (Sachsen-Anhalt)
- Rekonstruierter Deich östlich von RehsenBauwerkbei Rehsen, Oranienbaum-Wörlitz (Sachsen-Anhalt)
- Weißes WallwachhausBauwerkbei Rehsen, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Deichsiel RehsenBauwerkRehsen, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus RehsenBauwerkRehsen, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Schlafdeiche im Wörlitzer GartenreichBauwerkWörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus Helle EichenBauwerkWörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Notdeich vom Hochwasser 2002Bauwerkzwischen Gohrau und Rehsen (Sachsen-Anhalt)
- Deichsiel SchönitzBauwerkam Schönitzer See, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Hochwassermarken am Deichsiel SchönitzWasserstandsmarkeam Schönitzer See, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus LimesturmBauwerkam Schönitzer See, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Warnaltar ProteussteinKunst und KulturWörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Rotes WallwachhausBauwerkbei Wörlitz (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus zum PferdeBauwerkbei Wörlitz (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus MittelhölzerBauwerkWörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Wallwachhaus am BertingBauwerkbei Drehberg, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)
- Pegel AkenWasserstandsmarkeAken (Elbe), Sachsen-Anhalt