Deichsiel Rehsen
BauwerkRehsen, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Ein Siel ist ein Durchlass durch einen Deich. Durch ihn fließt Wasser aus dem Hinterland in den Fluss, solange der Fluss niedrig steht. Steigt das Hochwasser, schließt sich das Siel, damit kein Flusswasser ins Land dringt. Am Deichsiel Rehsen sind zwei Hochwassermarken angebracht, von 1845 und von 2002.
Eine Deichlinie aus 80 Jahren
Das Siel gehört zu einer Deichlinie von rund 30 Kilometern Länge, die zwischen 1771 und 1850 gebaut wurde. Anlass war das Hochwasser von 1770/71, das große Teile des damaligen Fürstentums Anhalt-Dessau verwüstet hatte. Die Linie schützt die Dörfer rund um Rehsen. Während des Hochwassers 2002 wurde sie zeitweise wieder aktiviert, also als zweite Verteidigungslinie genutzt.
Zwei Marken, zwei Zeiten
Die Marken von 1845 und 2002 hängen nebeneinander. Sie zeigen, dass die Hochwasser im Abstand von über 150 Jahren ähnlich hoch auflaufen konnten. Wer daraus schließt, ein solches Ereignis komme nur alle 150 Jahre vor, irrt allerdings: 2013 folgte die nächste große Flut.
In der Nähe
Im Ort steht das Wallwachhaus Rehsen, ein Fachwerkhaus aus der Zeit um 1795. Hinter dem Ort verlaufen die Schlafdeiche.
Pretziener Wehr