Wallwachhaus Rehsen
BauwerkRehsen, Wörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
In Rehsen steht ein Fachwerkhaus auf einem gemauerten Sockel aus Bruchstein. Es ist das Rehsener Wallwachhaus, gebaut um 1795. Wie alle Wallwachhäuser des Gartenreichs diente es bei Hochwasser als Unterkunft für die Wachmannschaften und als Lager für Material zur Deichsicherung.
Bauweise mit Bedacht
Der Sockel aus Bruchstein ist kein Zufall. Ein Haus am Deich muss damit rechnen, nasse Füße zu bekommen. Stein verträgt Feuchtigkeit besser als Holz. Darüber liegt das leichtere Fachwerkgeschoss, in dem die Männer schlafen und sich aufwärmen konnten. So verbindet der Bau Funktion und regionale Bautradition.
Die Arbeit der Deichwache
Bei Hochwasser gingen die Wachen in Schichten den Deich ab. Sie achteten auf Wasser, das auf der Landseite austrat, auf Risse und auf Stellen, an denen sich die Böschung bewegte. Fanden sie eine Gefahr, wurde sofort mit Sandsäcken, Faschinen und Erde gesichert. Bis heute funktioniert Deichverteidigung im Kern genauso, nur mit Funk und Lampen statt mit Rufen und Laternen.
Weiter
Gleich in der Nähe liegen das Deichsiel Rehsen und die Schlafdeiche. Westlich folgt das Wallwachhaus Helle Eichen.