Warnaltar Proteusstein
Kunst und KulturWörlitzer Gartenreich (Sachsen-Anhalt)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Auf einem kleinen Hügel nahe dem Elbdeich bei Wörlitz steht ein Gedenkstein mit einer langen Inschrift. Der sogenannte Proteusstein, auch Warnaltar genannt, erinnert an das Hochwasser von 1771. Er richtet sich ausdrücklich an die Nachwelt.
Die Inschrift
Der Text spricht die Nachkommen direkt an. Er lautet: „Höret Nachkommen eine euch warnende Stimme, vorsichtiger Fleiss schuf diese Hügel und dieses Gebüsch um die feldbewahrenden Dämme vor dem zerstörenden Eise zu bewahren. Wendet alles an sie zu erhalten.“ Selten ist eine Botschaft über Hochwasserschutz so klar über Jahrhunderte formuliert worden.
Hügel gegen das Eis
Der Stein steht auf einem von neun Hügeln, die um 1795 angelegt wurden. Sie dienten der Eisabwehr. Bei Winterhochwasser trieben große Eisschollen gegen die Deiche und konnten sie beschädigen oder aufreißen. Die bepflanzten Hügel vor dem Deich sollten das Eis aufhalten und brechen, bevor es den Damm erreichte. Eisgang war vor dem Bau der großen Talsperren eine der gefährlichsten Hochwasserursachen an der Elbe.
Warum Proteus?
Proteus ist in der griechischen Mythologie ein Meeresgott, der seine Gestalt beliebig wechseln kann. Ein passendes Bild für Wasser, das mal ruhig, mal zerstörerisch ist. In der Nähe steht der Limesturm.
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