Elbe-Erosion zwischen Havelmündung und Gorleben
LandschaftElbkilometer 438 bis 495Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Zwischen der Havelmündung und Gorleben, auf dem Abschnitt von Elbkilometer 438 bis 495, verändert sich das Flussbett der Elbe besonders stark. Die Sohle wird durch Erosion abgetragen, und am Grund bilden sich häufig Unterwasserdünen. Man sieht sie nicht vom Ufer aus, aber sie bestimmen, wie tief das Fahrwasser ist.
Warum sich der Fluss eintieft
Ein Fluss transportiert ständig Sand und Kies. Wird ihm von oben weniger Material nachgeliefert, etwa weil Staustufen und Uferbefestigungen es zurückhalten, holt er es sich aus der eigenen Sohle. Dazu kommen die vielen Laufverkürzungen der Vergangenheit, die das Gefälle erhöht haben. Das Ergebnis: Der Fluss gräbt sich tiefer ein. An der Elbe beträgt dieser Effekt auf manchen Strecken mehr als einen Meter in einigen Jahrzehnten.
Unterwasserdünen
Auf der Sohle formt die Strömung Sand zu Rippeln und Dünen, ähnlich wie der Wind in der Wüste. Diese Dünen wandern langsam flussab. Für die Schifffahrt sind sie ein Problem, weil sie die Tiefe ständig verändern. Für die Wissenschaft sind sie spannend, weil sie zeigen, wie viel Material der Fluss bewegt.
Folgen für die Aue
Sinkt der Fluss, sinkt auch das Grundwasser in der Aue. Altarme fallen trocken, Auwälder leiden. Die Wasserstraßenverwaltung bringt deshalb an manchen Stellen gezielt Geschiebe ein, um die Sohle zu stabilisieren. Ähnliche Probleme kennt man von den Durchstichen bei Magdeburg.
Bunthäuser Spitze