Kettendampfer Gustav Zeuner
BauwerkMagdeburg, HandelshafenAktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Im Magdeburger Handelshafen liegt ein Museumsschiff mit einer ungewöhnlichen Technik: der Kettenschleppdampfer Gustav Zeuner. Er wurde 1894 in Dresden-Übigau gebaut und war von 1895 bis 1931 im Einsatz. Er ist das einzige nahezu vollständig erhaltene Relikt der Kettenschifffahrt auf der Elbe.

Wie Kettenschifffahrt funktionierte
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf weiten Strecken der Elbe eine Kette auf den Flussgrund gelegt. Der Kettendampfer nahm diese Kette über eine Winde an Bord auf und ließ sie hinter sich wieder ins Wasser fallen. So zog er sich an der Kette flussauf, mit mehreren Lastkähnen im Schlepptau. Gegen die Strömung war das viel effizienter als ein Schiff mit Schaufelrädern, das gegen das Wasser ankämpfen musste.
Das Ende einer Technik
Mit stärkeren Motoren und besseren Radschleppern verlor die Kettenschifffahrt an Bedeutung. In den 1930er Jahren wurde sie auf der Elbe eingestellt, die Ketten wurden geborgen. Die Gustav Zeuner überlebte als Arbeitsschiff und wurde später zum Museum.
Der Namensgeber
Gustav Zeuner war ein Ingenieur und Professor für Mechanik, unter anderem in Dresden. Er arbeitete über Dampfmaschinen und Thermodynamik. Dass ein Dampfer seinen Namen trägt, passt zu seinem Lebenswerk. In der Nähe stehen der Wippdrehkran und die Hubbrücke des Handelshafens.