Elbquelle
GewässerLabská louka, Riesengebirge (CZ)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
Wer die Elbe von Anfang an kennenlernen will, steigt auf die Elbwiese (Labská louka), eine weite, moorige Hochfläche im tschechischen Teil des Riesengebirges. Auf rund 1.387 Metern Höhe sammelt sich hier das Wasser mehrerer Quellbäche in einer kleinen, rund gemauerten Fassung. Das ist die offizielle Elbquelle. Ein großer Strom ist davon noch nichts zu ahnen: Das Wasser sickert eher, als dass es fließt.

Was Sie vor Ort sehen
Die Fassung ist schlicht. Dahinter steht eine Steinwand mit farbigen Wappen von 26 Städten, die an der Elbe liegen, angebracht 1968. Darunter finden sich Orte aus Tschechien wie Hradec Králové, Mělník und Ústí nad Labem, aber auch deutsche Städte von Dresden bis Hamburg und Cuxhaven. Die Wand macht sichtbar, was die kleine Pfütze zu Ihren Füßen verbindet: rund 1.094 Kilometer Fluss bis zur Nordsee.
Die Hochfläche ringsum ist Teil des Nationalparks Riesengebirge (KRNAP). Latschenkiefern, Torfmoos und Wollgras prägen das Bild, im Sommer stehen die Wege voller Wanderer, im Winter liegt hier oft meterhoch Schnee. Die Wege sind deshalb markiert und mit Holzbohlen befestigt. Bitte bleiben Sie darauf, die Moore reagieren empfindlich auf Tritt.
Wie man hinkommt
Von Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) führen markierte Wege über den Elbgrund oder über die Kammstraße hinauf. Wer es bequemer mag, nutzt im Sommer Lifte oder Busverbindungen auf polnischer und tschechischer Seite zum Kamm und wandert von dort über die Hochfläche. Rechnen Sie in jedem Fall mit Bergwetter: Nebel zieht schnell auf, und die Temperaturen liegen deutlich unter denen im Tal.
Nur rund einen Kilometer weiter stürzt das junge Wasser schon über den Elbfall in die Tiefe. Beide Punkte lassen sich gut in einer Runde verbinden.
Warum gerade hier?
Welche Quelle eines Flusses „die“ Quelle ist, entscheiden am Ende Menschen. Auf der Elbwiese gibt es mehrere Rinnsale, die alle zur Elbe gehören. Die gemauerte Fassung markiert den Punkt, auf den man sich vor langer Zeit geeinigt hat. Für Besucher ist das ein Glück: Ein konkreter Ort lässt sich leichter erleben als ein feuchtes Hochmoor ohne Mittelpunkt.
Tideelbe