Zum Inhalt
Wasserkulturlandschaft ElbeVon der Quelle bis zur Nordsee

Kapelle der heiligen Anna

Kunst und KulturVrchlabí (Hohenelbe), CZAktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.

Am Rand von Vrchlabí, dem früheren Hohenelbe, steht eine kleine Kapelle neben einer Quelle. Sie wurde 1832 errichtet und der heiligen Anna geweiht, der Schutzpatronin der Stadt. Der Anlass ist ein Stück Wassergeschichte: Im selben Jahr wütete in der Region die Cholera, und diese Quelle galt als einzige saubere Wasserquelle für die Bewohner.

Skizze zur Station, eigene Zeichnung

Cholera und Trinkwasser

Die Cholera erreichte Mitteleuropa Anfang der 1830er Jahre in mehreren Wellen. Dass die Krankheit über verunreinigtes Wasser übertragen wird, war damals noch nicht bekannt. Erst später konnte das nachgewiesen werden. Die Menschen in Vrchlabí hatten trotzdem beobachtet, dass Familien, die von dieser Quelle tranken, eher verschont blieben. Die Kapelle ist Dank und Gedächtnis zugleich.

Wasser als Heilsort

Quellen mit Kapellen findet man in Böhmen häufig. Oft stehen sie für die Verbindung von Volksfrömmigkeit und ganz praktischer Erfahrung mit gutem Wasser. In Vrchlabí ist diese Verbindung besonders deutlich, weil der historische Anlass so klar überliefert ist.

In der Nähe

Wenige Schritte entfernt liegt die Schlucht von Vrchlabí mit Wehr und kleiner Mühle. Im Stadtzentrum überspannt die barocke Steinbrücke die Elbe.

Ähnliche Orte an der Elbe