Durchstich Lostau
LandschaftLostau bei Möser (Sachsen-Anhalt)Aktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
In der Nähe der Ortschaft Lostau, nordöstlich von Magdeburg, wurde 1740 die Elbe begradigt. Man grub einen neuen Lauf und schnitt eine Schlinge ab. Es war der erste von drei Durchstichen in der Region. Später folgten Biederitz (1785) und Magdeburg-Rothensee (1786 bis 1789). Zusammen verkürzten sie den Flusslauf um 11,3 Kilometer.
Ein frühes Großprojekt
1740 war ein solcher Eingriff Handarbeit. Hunderte Arbeiter gruben mit Spaten und Schubkarren, Pferdegespanne fuhren die Erde ab. Den Rest erledigte der Fluss selbst: War der neue Graben einmal geöffnet, verbreiterte ihn die Strömung. Die abgeschnittene Schleife verlandete nach und nach.
Preußische Wasserpolitik
Magdeburg gehörte damals zu Preußen. Der preußische Staat förderte im 18. Jahrhundert die Binnenschifffahrt und baute Kanäle, um Elbe, Havel und Oder zu verbinden. Die Begradigung der Elbe bei Magdeburg passte in diese Politik. Sie sollte die Stadt als Handelsplatz stärken.
Heute
Bei Lostau liegt heute ein beliebtes Ausflugsziel an der Elbe, mit Elbwiesen und Blick über den Fluss. Wer die Spuren der alten Schleife sucht, findet sie in Altwassern und Geländesenken im Hinterland. Mehr über die Folgen solcher Laufverkürzungen lesen Sie beim Durchstich Mühlberg und beim Durchstich Rothensee.