Wasserwerk Hosterwitz
BauwerkDresden-HosterwitzAktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.
In Hosterwitz am rechten Elbufer liegt eines der Wasserwerke, die Dresden mit Trinkwasser versorgen. Es wurde 1908 in Betrieb genommen, nach den beiden älteren Werken Saloppe und Tolkewitz. Das Werk nutzt die Elbe indirekt: Es fördert Uferfiltrat, also Wasser, das vom Fluss durch Sand und Kies in den Boden gesickert ist, zusammen mit natürlichem Grundwasser.
Was Uferfiltrat ist
Brunnen in Ufernähe ziehen Wasser an, das teils aus dem Grundwasser, teils aus dem Fluss stammt. Auf seinem Weg durch den Boden wird das Flusswasser gefiltert. Schwebstoffe bleiben hängen, Mikroorganismen bauen Verunreinigungen ab. So entsteht ein Rohwasser, das sich mit vergleichsweise wenig Aufwand zu Trinkwasser aufbereiten lässt. Viele Städte an Elbe, Rhein und Donau nutzen dieses Prinzip.
Reserve für Notfälle
In Hosterwitz kann bei Bedarf zusätzliches Wasser über künstliche Grundwasseranreicherung bereitgestellt werden. Dabei wird aufbereitetes Wasser gezielt versickert, um den Grundwasservorrat aufzufüllen. Das macht die Versorgung robuster, etwa in Trockenzeiten.
Hochwasser als Risiko
Ein Wasserwerk direkt am Fluss muss vor Hochwasser geschützt werden. Dringt verschmutztes Flutwasser in die Brunnen ein, ist die Trinkwasserqualität gefährdet. Bei den großen Fluten 2002 und 2013 war der Schutz der Dresdner Wasserwerke deshalb eine zentrale Aufgabe. Mehr zur Geschichte der Dresdner Wasserversorgung zeigen das Wasserwerk Saloppe und die historische Wasserleitung.
Talsperre Labská