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Wasserkulturlandschaft ElbeVon der Quelle bis zur Nordsee

Pegel lesen

WissenAktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.

Wenn die Elbe steigt, sind Pegelwerte in allen Nachrichten. Doch was bedeutet „7,80 Meter in Dresden“ eigentlich? Eine Einführung in die wichtigsten Begriffe.

Pegellatte an der Augustusbrücke in Dresden
Pegellatte an der Augustusbrücke in Dresden. Foto: SchiDD, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Ein Pegel ist zunächst etwas sehr Einfaches: eine Messlatte im Wasser. An ihr liest man ab, wie hoch die Wasseroberfläche gerade steht. An der Elbe gibt es Pegel, die seit dem 18. Jahrhundert abgelesen werden, etwa in Magdeburg seit 1727 und in Dresden seit 1776. Heute messen fast überall zusätzlich automatische Sensoren, aber das Prinzip ist gleich geblieben.

Der Pegelnullpunkt

Der wichtigste Begriff ist der Pegelnullpunkt. Jeder Pegel hat einen festgelegten Bezugspunkt, an dem die Skala bei null beginnt. Dieser Punkt liegt meist unter der Flusssohle, damit auch bei extremem Niedrigwasser keine negativen Werte entstehen. Ein Wasserstand von 2,00 Metern bedeutet also: Die Oberfläche liegt zwei Meter über dem Pegelnullpunkt. Über die tatsächliche Wassertiefe sagt das wenig.

Daraus folgt eine wichtige Regel: Pegelwerte verschiedener Orte darf man nicht direkt vergleichen. Wenn die Elbe in Riesa 2002 bei 9,47 Metern und in Dresden bei 9,40 Metern stand, heißt das nicht, dass sie in Riesa höher war. Die Pegel haben einfach unterschiedliche Nullpunkte.

Vom Wasserstand zum Abfluss

Für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft ist oft wichtiger, wie viel Wasser fließt. Dieser Abfluss wird in Kubikmetern pro Sekunde angegeben. Man misst ihn nicht dauernd direkt, sondern berechnet ihn aus dem Wasserstand. Dazu dient eine Abflusskurve, die für jeden Pegel durch viele Einzelmessungen ermittelt und regelmäßig überprüft wird. Zum Vergleich: In Dresden fließen im Mittel gut 300 Kubikmeter pro Sekunde, beim Hochwasser 2002 waren es über 4.500.

Kennwerte

In Pegeltabellen tauchen immer wieder dieselben Abkürzungen auf:

  • MW: mittlerer Wasserstand über eine längere Zeitreihe
  • MHW und MNW: mittleres Hochwasser und mittleres Niedrigwasser, also der Durchschnitt der jährlichen Höchst- und Tiefstwerte
  • HHW: höchster bekannter Wasserstand
  • NNW: niedrigster bekannter Wasserstand

An der Tideelbe kommen weitere Werte hinzu, etwa mittleres Tidehochwasser und mittleres Tideniedrigwasser. Der Unterschied zwischen beiden ist der Tidenhub.

Alarmstufen

In Sachsen und Sachsen-Anhalt geben die Hochwasserzentralen Alarmstufen von 1 bis 4 aus, die an bestimmte Pegelwerte gekoppelt sind. In Dresden beginnt Alarmstufe 1 bei vier Metern, Alarmstufe 4 bei sieben Metern. Jede Stufe löst bestimmte Maßnahmen aus, von der Beobachtung bis zur Deichverteidigung. Die Grenzwerte sind für jeden Pegel anders festgelegt, je nachdem, ab welchem Wasserstand dort Schäden drohen.

Bauformen

An der Elbe begegnen Ihnen verschiedene Arten von Pegeln:

  • Senkrechtpegel: eine senkrechte Latte an einer Mauer oder einem Brückenpfeiler, wie in Dresden
  • Treppenpegel: Latten an einer Ufertreppe, wie in Wittenberge
  • Schrägpegel: eine schräg auf der Böschung liegende Skala, wie in Schöna
  • Pegelhäuser und -türme: Gebäude mit Schwimmer oder Sensor, wie der Pegelturm St. Pauli in Hamburg

Wo man aktuelle Werte findet

Die Werte der Bundeswasserstraßen veröffentlicht die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung im Portal Pegelonline. Die Länder betreiben eigene Hochwasserportale mit Warnungen und Vorhersagen, in Tschechien ist es der Hydrologische Dienst. Eine Übersicht der Links finden Sie auf der Seite Daten und Karten.