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Wasserkulturlandschaft ElbeVon der Quelle bis zur Nordsee

Das Augusthochwasser 2002

WissenAktualisiert am 10. Oktober 2026Lesezeit 2 Min.

Im August 2002 erlebte das Elbegebiet eine der schwersten Hochwasserkatastrophen seiner Geschichte. Viele Stationen dieses Wegweisers tragen ihre Spuren.

Marken am Wasserpalais Pillnitz, darunter die von 2002
Marken am Wasserpalais Pillnitz, darunter die von 2002. Foto: Radler59, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Anfang August 2002 zog ein Tiefdruckgebiet vom Mittelmeer über Österreich und Tschechien nach Nordosten. Meteorologen nennen diesen Weg „Vb-Wetterlage“. Solche Tiefs nehmen über dem warmen Mittelmeer viel Feuchtigkeit auf und regnen sie über den Mittelgebirgen ab. Am 12. und 13. August fiel im Osterzgebirge so viel Regen wie nie zuvor gemessen. In Zinnwald-Georgenfeld kamen innerhalb von 24 Stunden über 300 Liter pro Quadratmeter zusammen, ein deutscher Rekord.

Erst die Bäche, dann der Fluss

Zuerst schwollen die kleinen Flüsse und Bäche des Erzgebirges an: Müglitz, Weißeritz, Gottleuba, Lockwitzbach und viele andere. Sie traten innerhalb weniger Stunden über die Ufer und rissen Häuser, Straßen und Brücken mit. Orte wie Weesenstein, Glashütte und Grimma an der Mulde wurden schwer getroffen. In Dresden suchte sich die Weißeritz ihren alten Lauf und flutete den Hauptbahnhof. Diese Sturzfluten forderten die meisten Todesopfer.

Die Welle aus Böhmen

Gleichzeitig führte die Moldau in Böhmen ein Hochwasser wie seit Jahrhunderten nicht. Prag wurde überflutet, Teile der Altstadt und die Metro standen unter Wasser. Bei Mělník kam die Moldauwelle in die Elbe. Einige Tage später erreichte sie Sachsen. Am 17. August stand die Elbe am Pegel Dresden bei 9,40 Metern, dem höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Zwinger, Semperoper und weite Teile der Stadt standen unter Wasser.

Flussab

In Sachsen-Anhalt überlagerte sich die Elbwelle mit dem Hochwasser der Mulde, die bei Bitterfeld in den Tagebau Goitzsche durchbrach. Bei Dessau und im Wörlitzer Gartenreich brachen Deiche, Notdeiche wurden aufgeschüttet, Dörfer evakuiert. Weiter flussab wurden die Havelpolder geflutet, um den Scheitel zu kappen. Zehntausende Helfer füllten Sandsäcke und verteidigten Deiche, darunter Soldaten, Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und viele Freiwillige aus ganz Deutschland.

Bilanz

In Deutschland starben 21 Menschen. Die Schäden gingen in die Milliarden Euro, allein in Sachsen waren es mehrere Milliarden. In Tschechien und Österreich waren die Folgen ähnlich schwer.

Was sich änderte

Das Hochwasser 2002 war ein Wendepunkt. Die Länder überarbeiteten ihre Hochwasserschutzkonzepte, Deiche wurden neu gebaut und verstärkt, Rückhaltebecken an den Erzgebirgsflüssen errichtet. Vorhersage und Warnung wurden verbessert. Gleichzeitig setzte sich der Gedanke durch, dem Fluss wieder mehr Raum zu geben, etwa durch Deichrückverlegungen wie bei Lenzen. Elf Jahre später, im Juni 2013, kam die nächste große Flut. In Dresden blieb sie unter dem Wert von 2002, in Magdeburg und Wittenberge stieg die Elbe höher als je zuvor.

Spuren im Wegweiser

Viele Stationen erinnern an 2002: die Marke am Bärenzwinger in Dresden, die Marken in Königstein, der Notdeich bei Rehsen, die Linie am Haus in Křešice und die Marke in Magdeburg.